Sonntag, 8. Oktober 2017

Deca Mexiko


"Mein Weg zum Deca-Ultra-Ironman"

Nun ist er da, der Wettkampf, in dem ich mein erstes "Lebensziel" einen 10-fach Ultra-Ironman, unter "Halbwegsvoraussetzungen" bestreiten werde. Buchs 2016 war ehrlich gesagt nicht realistisch und den Start dort werte ich noch nicht einmal als "Versuch" Hier der Bericht dazu und das Resümee.

Hier werde ich so gut ich kann, täglich aus Mexiko berichten, zumindest die Zeiten sollte ich eintragen können. Ich fühle mich insoweit fit, dass ich guten Mutes bin, mein Ziel: "ONLY FINISH IS THE GOAL" erreichen kann, wenngleich die diesjährigen Probleme sich längst nicht zu meiner Zufriedenheit gebessert haben.

Meine Frau wird auf meiner Facebook-Fanseite "Mein Weg zum Deca-Ultra-Ironman" wieder täglich berichten, Bilder online stellen und ich mich vielleicht das eine oder andere mal per Videobotschaft melden. Ich hoffe, das ihr mir kräftig die Daumen drückt und mich damit unterstützt, denn wie ich in der Schweiz (Quintuple-Buchs 2017) gemerkt habe, hilft das sehr! "never give up"


Hier im Bild das Ausmaß der Verletzungen der letzten 3 Jahre mit dem Resultat, auf der rechten Seite bin ich über einen Zentimeter schmäler als auf der linken Seite und links habe ich eine muskuläre Disbalance von über 5% gegenüber rechts. Die linke Seite stört mich besonders beim Schwimmen und beim Radfahren, aber Gott sei Dank bekomme ich die Platten noch in diesem Jahr wieder heraus und hoffe, dass dann alles etwas besser wird. In Leon muß ich aber leider damit noch leben.



Der Wettkampf: Deca-Ultra-Ironman (10 Tage - 10 Ironman's)


Das Schwimmen

Tag1: 01:49, Tag2: 02:01, Tag3: 01:58, Tag4: 01:56, Tag5: DNF, Tag6: DNS, Tag7: DNF, Tag8: DNF, Tag9: DNS, Tag10: DNS Tagesergebnisse: 16:32:55 / 16:49:45 / 16:37:36 / 17:05:22 Gesamt: 67:05:38

Der "tägliche Einzeiler:

Die Höhe (1800 Meter) von Leon macht mir enorme Probleme, aber Tag1 ist geschafft.Trotz der etwas schlechteren Zeit, fühle ich mich ein wenig besser am Tag2. Am Tag3 habe ich mich etwas "aklimatisierter" gefühlt. "Rabenschwarzer" Tag4 auf dem Rad. Nach 100 Metern Schwimmen war heute der Tag5 beendet. Die Schulter spielte nicht mehr mit. Ich versuche jetzt mit einem Tag Pause und Physiotherapie das in den Griff zu bekommen. Aus einem Tag sind jetzt zwei geworden und ich hoffe auf morgen. Die Versuche am Tag7 und Tag8 blieben Versuche und ich beendete damit den "Deca-Traum".

Die Analyse:

Seit November 2015 quäle ich mich nun mit den oben abgebildetet Verletzungen beim Schwimmen herum. Meine "Ironman-Schwimmzeit" (Bestzeit im Training auf 3,8 Km 1:19) hat sich nun in Mexiko um über 40 Minuten verschlechtert, von den Schmerzen beim Schwimmen mal abgesehen. Es ist frustrierend und die Frage stellt sich, warum tue ich mir das an.
Die Antwort beschreibe ich mal in zwei Sätzen. 1. Viele Wettkämpfe in den vergangenen zwei Jahren hatte ich ja gebucht und verfallen lassen wollte ich sie natürlich nicht. (Es bestand ja zwischenduch Hoffnung, da eine gewisse Besserung immer wieder mal eingetreten war) 2. Mir läuft die Zeit davon, denn für das was ich noch vor habe und realisieren werde, ist es nun mal wichtig, auch Wettkämpfe zu bestreiten. Wie will ich sonst zukünftigen Sponsoren glaubhaft machen, dass das was ich machen will auch realisierbar ist.
Die Hoffnung liegt jetzt beim 21. November. An dem Tag werden beide Platten an den Schlüsselbeinen entfernt und alle "Fachmänner" haben mir versichert, ab da geht es wieder aufwärts. "Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Das Radfahren

Tag1: 08:14, Tag2: 08:36, Tag3: 08:12, Tag4: 08:54, Tag5: DNF, Tag6: DNS, Tag7: DNF, Tag8: DNF, Tag9: DNS, Tag10: DNS

Inklusive Wechselzeit ;) 

Das Radfahren in Leon ist so eine Sache für sich. Die Strecke führt um einen "Freizeitpark" und ist zu 60% eine Holperpiste, zum Teil mit vielen Schlaglöchern. Die ersten Tage gab es auch sehr viele Plattfüße und mich hat es auch 3 Mal erwischt. Beim ersten Defekt stellte ich fest, dass ich auch noch die falschen Schläuche (mit kurzem Ventil) dabei hatte. Unter der Woche ist die Strecke an und für sich kein Problem, du kämpfst da nur mit den ganzen Viechern, die sich auf der Strecke bewegen, aber am Wochenende ist hier die Hölle los. Zur Krönung mußte ich am Samstag auch noch zwei Mal stoppen und warten, weil parallel andere Wettkämpfe auf der Strecke ausgetragen wurden. Aber es mußten ja alle mit der Radstrecke leben und fahren. Fakt ist, der Rheindamm ist mir lieber ;)
Mit der neuen Positionierung auf dem Kuota bin ich super zurecht gekommen und beschwerdefrei vier Mal 180 Kilometer gefahren. Ich habe die Sattelneigung vorne ein wenig nach unten verändert und den Auflieger 1 Zentimeter unterfüttert, so das ich wesentlich bequemer auf dem Rad liege. Mit dem Cervèlo wird das Einstellen während eines Wettkampfes freilich noch leichter.
Die Radzeiten sind insoweit ok für mich, beinhalten sie doch die zwei Wechsel und die größeren Verpflegungspausen. Schnell war ich sowiso auf dem Rad noch nie, das wird auch die neue Wunderwaffe nicht ändern, oder doch ;) wir werden sehen!

Das Laufen

Tag1: 06:23, Tag2: 06:10, Tag3: 06:07, Tag4: 06:15, Tag5: DNF, Tag6: DNS, Tag7: DNF, Tag8: DNF, Tag9: DNS, Tag10: DNS

Nettozeit 

Dass das Laufen mir am Anfang so viele Probleme mit der Höhenluft bereitet hat, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin ja 2003 und 2005 als Zuschauer bei der Tour de Frace in den Bergen gewesen, die legendären Pässe hochgefahren und die hatten einige Höhenmeter mehr. (Galibier 2600 Meter). In Leon konnte ich am ersten Tag gerade mal 100 Meter am Stück laufen und mußte dann wieder gehen um Luft zu bekommen. Ich gewöhnte mich aber Tag für Tag besser daran, was man auch an den Zeiten sieht.
Am dritten Tag konnte ich sogar drei Runden vor dem Ziel Giorgio Alessi überholen, was mir zu diesem Zeitpunkt richtig gut "im Kopf" tat, denn ich hatte vorher schon zwei Teilnehmer überholt und an diesem Tag damit die rote Laterne abgegeben. Da Giorgio ja kein Unbekannter ist, (weiter unten habe ich ein Bild mit ihm zusammen online gestellt) hat es mich um so mehr am nächsten Tag geschockt, als er beim Radfahren in einer gemeinsamen Pause zu mir sagte, "I stopp the race, i have no fun" und das Hantuch geschmissen hat.

Ich bin mir sicher, dass ich ab Mitte des Deca locker wieder meine "Durchschnittsultrazeiten" von unter 6 Stunden gelaufen wäre, aber leider konnte ich das durch das DNF nicht mehr bestätigen.

Das abschließende Resümee:

 

Wir sind guten Mutes aber mit Zweifeln nach Mexiko geflogen und letztendlich haben sich die Zweifel bewahrheitet. Ich habe mir bei beiden Triple-Ultras mit je 11,4 Km Schwimmen ganz schön meine Schultern ramponiert. (Die Ärzte haben mir das mal genau erklärt wieso das so ist) In Buchs beim Quintuple bin ich mit Ach und Krach noch durchgekommen und ich denke, ich habe danach mit dem "nicht mehr im Training schwimmen" den Grundstein für das "Aus" in Mexiko gelegt. Also eine Fehlentscheidung schon vor dem Wettkampf.
Ich habe am sechsten und am siebten Tag (auch mit Schmerzmitteln) noch mal versucht einzusteigen, aber leider ohne Erfolg. 1. hat sich meine "Schmerzresistenz" natürlich gesenkt und 2. fehlte natürlich das Wichtigste, das Wettkampf-Adrenalin, das Bewusstsein auf das mögliche finish des Decas war weg.
Trotzdem schließe ich meinen Frieden mit dem "Todo-Triathlon" in Leon, denn hier ziehe ich mich mal an den Sprichwort hoch: "Was uns nicht tötet, macht uns noch härter". Ich habe nicht aufgegeben, wie bei den anderen Wettkämpfen des Jahres auch, sondern die Vernunft, sich für die Gesundheit zu entscheiden, hat gesiegt und das ist auch gut so.
Genug Zeit hatte ich ja jetzt in Leon, meine Strategie für die nächsten zwei Jahre neu zu ordnen und ich habe einen Weg aus der Misere (zumindest für mich) gefunden. Sobald ich wieder in Deutschland bin, führe ich erste Gespräche und es wird sich schnell herausstellen, ob der NEUE "Mein Weg zum Deca-Ultra-Ironman" sich für nächstes Jahr in Buchs umsetzen lassen wird.



Im Bild mit "Ultralegende" Giorgio Alessi (auf dem Badeverbotschild ist das "no" leider ausgeblichen) Giorgio ist der einzige Mensch, der als Solostarter den "Uberman" gefinisht hat. Er hat 2013 den Triple-Deca in Italien organisiert und ist auch schon mal von London nach Dover gelaufen, um danach den Ärmelkanal zu durchschwimmen und mal eben mit dem Rad anschließend nach Paris zu fahren!


Im Bild mit meinen Facebook-Freunden Dolph Hoch IV (links) und Chet Blanton (rechts). Chet ist ein Ultratriathlon-Urgestein, der auch schon am Triple-Deca teilgenommen hat und Dolph ein Amerikanischer Ex-Elitesoldat. Er ist einer von 8 "Specelforses-Soldaten", der es jemals in der 40-jährigen Geschichte geschafft hat, 7 Tage ein Survival-Training hinter "feindlichen Linien" zu bestehen, ohne gefasst zu werden!


Das im Ultratriathlon auch eine gewisse "Intellektualität" vorhanden ist, beweist nicht nur unser NWA-Ehrenmitglied Prof. Dr. Beat Knechtle, sondern auch die "Deca-Ironmänner" im Bild (mitte) Jorge Ariel Rodriquez (Argentinien) als Chirurg mit Professoren-Titel und (rechts) Joey Lichter (USA) mit Chemie Professoren-Titel. Also, auch die "Intelligenz" betreibt Ultratriathlon!


Eine super Überraschung gab es auch am 22. Oktober für meine liebe Frau. Zu ihrem Geburtstag hat Martha, die Frau des Organisators Beto Villa, Blumen besorgt und einen wirklich guten Kuchen gebacken. Die Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit des ganzen Organisations-Teams möchte ich hier wirklich mal hervorheben. Vielen lieben Dank, es war wirklich schön bei Euch.


Im Bild mit Wayne Kurtz, dem Mann, den ich zu verdanken habe, das ich "Ultratriathlet" wurde. Mit seinem Buch "Stronger than Iron" hat er mich so begeistert, das ich 2014 mit diesem Sport angefangen habe. Im März haben wir uns in Florida dann persönlich kennen gelernt und jetzt in Mexiko wieder getroffen. UND, es wird nicht das letzte Wiedersehen gewesen sein.